Microsoft #worklifeflow – Konferenz zum Neue Arbeit

Am 12. Oktober hat Microsoft Deutschland im Rahmen der Eröffnungswochen seiner neuen Büros in München Schwabing die Konferenz „zum Neuen Arbeiten“ durchgeführt. Unter dem Hashtag #worklifeflow hat Microsoft ja im Vorfeld schon mächtig die Werbetrommel für eine neue Arbeitswelt gerührt, die jetzt vollumfänglich im Hauptquartier von Microsoft Deutschland vorgelebt wird. Wie das ganze ausschaut, verdeutlicht das folgende Video recht anschaulich.

Soso, es gibt also vier verschiedene „Arbeitszonen“, die sich über die komplette Bürofläche verteilen und wiederholen.

  • Converse Space als Fläche für Teamarbeiten mit viel Abstimmungsbedarf
  • Accomplish Space ist der Ersatz des normalen Schreibtisches. Hier kann man für sich in Ruhe arbeiten.
  • Share & Discuss Space – hier tauscht man sich aus, hier darf’s auch Laut werden.
  • Think Space bietet Rückzugsmöglichkeiten, wenn man sich mal konzentrieren muss.

Besonders macht diese Aufteilung natürlich erst, dass kein Mitarbeiter mehr einen festen Arbeitsplatz hat. Bei 1.900 Mitarbeitern in München Schwabing gibt es hier insgesamt 1.100 Plätze – es muss gewechselt werden. Eine Clean Desk Policy verhindert auch die im Ausland so beliebte, deutsche Tugend der „Handtuchmentalität“. Sitzplatzreservierungen gibt es nicht und wenn man seinen Platz verlässt, z.B. für ein Meeting, dann nimmt man seinen Kram halt mit. Und sucht sich hinterher wieder einen neuen Platz.

Über die Umsetzung, die Herausforderungen und die Gründe dieses #worklifeflow Konzepts hat Microsoft in der Konferenz berichtet. Ein Vortrag des Fraunhofer Instituts, das gemeinsam mit Microsoft dieses Konzept entwickelt hat, trifft klar die Aussage: Das Konzept ist für Microsoft maßgeschneidert und funktioniert so nicht in allen anderen Unternehmen. Der wichtigste Grund für dieses neue Konzept ist, dass man gerade in der Dienstleistung heute keinen „9 to 5“ Job mehr hat, bei dem man klar das berufs- vom Privatleben trennen kann. Alles mischt sich, man checkt vielleicht abends relevante Infos für die Arbeit und dafür im Büro auch  mal das private Facebook.

Die Keynote von Prof. Ulrich Weinberg – Leiter der „School of Design Thinking“ des Hasso Plattner Instituts in Potsdam- hat die Relevanz neuer Konzepte zur Herstellung einer „Innovationskultur“ im Unternehmen jedem Zuhörer schnell vermittelt. Interdisziplinäre Teams ist ein wichtiger Punkt zur Erreichung einer Innovationskultur- ein Punkt, den Microsoft bei der Veranstaltung leider nicht angeschnitten hat. Hat sich nicht nur der Arbeitsplatz, sondern auch die Organisationsstruktur geändert? Gibt es einen neuen Leadership- Ansatz? Darüber zu berichten hätte das Bild sicher abgerundet.

Welche Vorbereitungen es Bedarf uns wo die Spannungsfelder bei solchen Modellen liegen, hat eine Diskussion mit dem Betriebsrat aufgezeigt. So wurden schon drei Jahre zuvor im ehemaligen Standort Unterschleißheim eine Betriebsvereinbarung zu Vertrauensarbeitszeiten und -ort verabschiedet. Der Schalter „Neue Arbeit“ wurde also nicht beim Einzug in die neuen Räume auf einmal umgelegt, sondern über mehrere Jahre Schritt für Schritt in einem Change Projekt durchgeführt.

 

#worklifeflow ist definitiv eine spannende Sache. Das ist sie auch in einem Jahr noch, denn dann kann man auch sagen, ob#s funktioniert 😉 Aber egal wie mans dreht und wendet – unsere immer komplexere Welt erfordert neue Modelle. Gut, dass einige vorangehen!

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