Data One Camp 16 – ein Barcamp im Unternehmen

Eine Unkonferenz im Unternehmen – kann das gutgehen? Unkonferenzen, soganannte Barcamps, haben keine feste Agenda, sind ungeplant und leben vom Engagement der Teilnehmer. Denn die Teilnehmer sind es, die an jedem Morgen der Konferenz ihre Sessions einreichen und so die Agenda selbst bestimmen. Umgekehrt bedeutet das für die Teilnehmer, dass Sie nicht wissen, was auf Sie zukommt. Für Viele mag das erstmal nach Chaos klingen und die Hemmschwelle zur Teilnahme an einer Unkonferenz zu hoch setzen, aber auf der anderen Seite haben sich viele Barcamps in ganz Deutschland über die letzten Jahre etabliert. Ich habe schon an diversen Barcamps teilgenommen und mich dabei noch nie gelangweilt!

Eines schönen Sommers auf dem Barcamp Stuttgart kam mir dann auch die Idee, eine solche Veranstaltung in meinem Unternehmen, der Data One GmbH, durchzuführen. Wir bei der Data One sind IT- Spezialisten, also arbeiten wir alle in einer sehr schnelllebigen Branche mit hoher Spezialisierung. Die Herausforderung dabei ist nicht das „lebenslange Lernen“ jedes Einzelnen und das dafür vorausgesetzte Engagement, sondern das in einem mittelständigen IT- Unternehmen wie dem unseren verschiedenste „Service Lines“ und „Service Center“ letztendlich auf das selbe Ziel hinarbeiten sollen. Wir machen Consulting, Support, Development und werden dabei von unserem Sales und Marketing unterstützt. Der technologische Stack, mit dem wir es dabei zu tun haben ist allerdings der Selbe. Auch wenn jeder einzelne Kollege seine Spezialisierung dabei hat und ein richtiger Profi ist in dem, was er tut.

Als Unternehmen steht man vor der Herausforderung, den Austausch, den Wissenstransfer, die Kreativität, die Innovationskraft und die Wertschätzung gegenüber dieser Spezialisten zu steigern und zu fördern. Denn um es mal mit einem Klassiker von Aristoteles zu sagen:

„Das Ganze ist mehr wie die Summe seiner Teile.“

Und natürlich ist es in Zeiten des Fachkräftemangels um so wichtiger als Unternehmen zu zeigen, dass man seine Mitarbeiter schätzt und fördert. Und genau deshalb haben wir uns entschlossen unser ersten Barcamp im Unternehmen durchzuführen.

Das Data One Camp 16

DataOneCampMicrosoft-1

Unser erstes Barcamp ging über einen vollen Tag und hatte das Thema „Microsoft“. Darüber hinaus war es ein geschlossenes Barcamp für Mitarbeiter der Data One auf Einladung. Unser Tagesablauf begann mit einem gemeinsamen Frühstück im Casino der Data One, gefolgt von einer kurzen Einführung und Begrüßung. Auch wenn es sich erstmal komisch anhört- wir haben auch eine Vorstellungsrunde gemacht. Zwar arbeiten wir alle bei der Data One, aber auch mit dem Thema „Microsoft“ haben wir 40 Teilnehmer erreicht. Und schon mit 40 Leuten ist es nicht mehr möglich zu wissen, welche Themen jeder einzelne betreut. Insofern hat uns eine Vorstellungsrunde im Unternehmen gegenseitig schon ein Stückchen näher gebracht. Bei der Sessionplanung haben dann meine fantastischen Kollegen gezeigt, welches Engagement sie mitbringen! Ich bin immer noch begeistert- Wir haben ganze 24 Sessions zusammenbekommen! Ein super Ergebnis wie ich finde, wenn man bedenkt das dreiviertel der Teilnehmer vorher noch nie ein Barcamp besucht haben. Das Themenspektrum ging von Bitbucket über Azure hin zu Berichten aus der Projektpraxis. Aber auch neurale Netze, Design Thinking und Motivation am Arbeitsplatz wurde besprochen.

Die Erfolgsfaktoren

Damit ein Barcamp den gewünschten Erfolg hat und zu einer gelungenen Veranstaltung für die Kollegen und das Unternehmen wird, gibt es ein paar wichtige Erfolgsfaktoren. Der wichtigste Punkt ist die Unterstützung der Unternehmensführung. Eine solche Veranstaltung stellt für das Unternehmen einen hohen Aufwand dar, immerhin gibt es einen großen Haufen Leute, die an dem Tag keine operativen Tätigkeiten nachgehen. Das Frühstück und Mittagsessen für die Teilnehmer – was auch vom Unternehmen übernommen wurde – fallen dabei kaum ins Gewicht. Hier kann ich von Glück reden, dass die Geschäftsführung mich und meine Service-Line-Manager-Kollegen jedes Jahr mit einem Budget ausstatten und mit dem notwendigen Vertrauen. Daher an dieser Stelle noch einmal ein GROSSES DANKE an die Geschäftsführung von Data One, die uns solche Veranstaltungen ermöglichen!

Ein weiterer Erfolgsfaktor ist die Kommunikation im Vorfeld. Bei einem Barcamp werden die Sessions erst morgens geplant, so auch beim Data One Camp 16. Trotzdem habe ich schon einige Wochen vorher uns Social Network, Yammer, dazu genutzt, einen Austausch zu möglichen Sessions unter den Teilnehmern herzustellen. Dabei kamen schon im Vorfeld viele Vorschläge zustande was letztendlich das Eis gebrochen und die Hemmschwelle gesenkt hat. Ich halte das für einen wichtigen Erfolgsfaktor für geschlossene Barcamps, denn viele der Teilnehmer kennen das Format „Barcamp“ nicht und wären privat auch nicht auf die Idee gekommen, mal eins zu besuchen. Ich will nicht von Zwang reden, aber ein gewisser Druck aus der Gruppe wird natürlich trotzdem ausgeübt. Man ist ja nicht anonym. Unser Social Network hat hier viel geholfen.

Zu guter Letzt muss man als Unternehmen durch Bewirtung dafür sorgen, dass die Teilnehmer schon beim Frühstück mit dem Austausch beginnen und sich auch über die Mittagspause nicht in alle Winde verteilen. Ein Trick hat dabei auch erstaunlich gut funktioniert. Wir hatten keine fertigen Teilchen oder belegte Brötchen zum Frühstück vorbereitet sondern eben nur Croissants, Brötchen und dazu Marmeladen. So war jeder gezwungen, eine gewisse Zeit mit den anderen an der Theke zu verbringen und sich sein Frühstück zu basteln- in dieser einen Minute extra tauscht man direkt schon ein paar Worte mehr mit seinem Zufalls- Theken- Nachbar aus wie üblich.

Fazit

Nicht nur mein Fazit, sondern auch das der Teilnehmer war durchweg positiv. Die Veranstaltung hat alle Erwartungen erfüllt und auch reibungslos funktioniert. Engagierte Kollegen haben schon im Vorfeld über Yammer alle Zweifel zerstreut, dass an dem Tag dann irgendwie doch keiner eine Session anbieten will. Dass ging sogar soweit, dass ich eine Woche vorher noch einen vierten Meetingraum organisieren musste. Der Großteil der Verbesserungsvorschläge zielte auf zwei Umstände ab: Eine Session hat nur 45 Minuten und man kann halt nur sechs von 24 Sessions besuchen und verpasst daher viele Interessante. Ich glaube, all diese Probleme lassen sich unterm Strich nur dadurch lösen, dass man ein Barcamp über zwei Tage veranstaltet. Dann kann man am zweiten Tag Sessions Wiederholen oder Folgesessions anbieten.

Wir werden auf jedem Fall versuchen, an diese Erfolgsgeschichte anzuknüpfen, auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob ein halbjährlicher oder jährlicher Zyklus der bessere ist. Egal wie, eins ist sicher- das war nicht unser letztes Data One Camp!

 

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