SharePoint und Remote Blob Storage – Sinn und Unsinn.

Wer Heute eine SharePoint Plattform betreibt, muss sich früher oder später mit dem Thema Remote Blob Storage ( RBS ) auseinandersetzen. RBS meint die Auslagerung der großen Datentypen „Blob“ aus der SQL Datenbank auf ein Filesystem. Diese kurze Beschreibung lässt vermuten, dass es sich dabei um ein Thema dreht, mit dem sich ausschließlich Administratoren und IT PROs auseinandersetzen. Als Entscheidungsgrundlage werden oftmals von Microsoft veröffentlichte TechNet Artikel zu Rate gezogen.

Die Vorteile durch den Einsatz von RBS lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Bei einer Filegröße von einem MB oder größer erhöht sich die Performance des I/O und der des Prozessors des Datenbanksystems.
  • Operationen zum Betrieb der Datenbank wie dbcc checks oder Indexdefragmentierung sind wesentlich beschleunigt.
  • Die Speicherkosten der Datenmengen können durch die Auslagerung auf einen Storage minimiert werden.
  • Es sind Inhaltsdatenbankgrößen von mehr als 200 GB möglich.
  • Es sind mehr Sicherungs- und Wiederherstellungsszenarien zur Einhaltung von SLAs möglich.

Die Nachteile eines RBS Einsatzes sind:

  • Die Sicherungs- und Wiederherstellungsszenarien müssen betrachtet werden ( die Sicherungs- und Widerherstellungsszenarien müssen betrachtet werden – ein Nachteil, hat man keine Probleme beim Einhalten der SLAs ).
  • Ein einmaliger Einrichtungsaufwand entsteht, bei dem nicht nur das reine „aktivieren“ des RBS zu betrachten ist, sondern auch viele benötigte Szenarien wie Inhaltsveröffentlichung oder Qualitätssicherungsprozesse.
  • Der Betrieb der Plattform wird durch den zusätzlichen Betriebsaufwand durch RBS teurer.

Auch wenn die Angaben wie immer ohne Gewähr sind und erfrischend arm an Details, ist der Administrator aufgrund dieser Information geneigt, sich mit Auswertungen über die Verteilung seiner Dateitypen und -größen zurückzuziehen und zu entscheiden, ob RBS für Ihn und seine Plattform sinnvoll ist oder nicht. Und genau das ist allzu oft der Fehler – denn oftmals kann der Administrator nicht alleine diese Entscheidung treffen. Ich sage:

„Remote Blob Storage wird in den meisten Fällen wegen Geschäftsanforderungen eingesetzt!“

Betrachten wir den essentiellen Kern der SharePoint Plattform – den Endanwender und dessen Interessenvertretung, den Website Administrator – ist die Problemstellung, die es zu lösen gilt, schnell gefunden. Es ist die Größe der Inhaltsdatenbank.
Die Inhaltsdatenbank ist in ihrer Größe beschränkt. Natürlich ist der Einsatz von mehreren dieser Inhaltsdatenbanken im SharePoint möglich, doch ist das kleinste Objekt, welches sich einer Inhaltsdatenbank zuweisen lässt, eine Websitesammlung. Eine Websitesammlung ist eine hieraschische Struktur von Webseiten, Bibliotheken und Dokumenten und hat das Potenzial, viele Inhalte zu beinhalten. Eine Websitesammlung kann jedoch nicht über mehrere Inhaltsdatenbanken verteilt werden. Hat eine Websitesammlung – zum Beispiel das Intranet eines Unternehmens oder die Projektseiten – eine gewachsene Struktur, können die 200 GB an Inhalt schnell überschritten werden. Die folgende Abbildung veranschaulicht eine solche Websitesammlung mit einer breiten Struktur.

Eine Inhaltsdatenbank enthält die gesamte Breite der Struktur. Um die Inhalte auf verschiedene Datenbanken zu verteilen, wird diese Struktur aufgebrochen.

Durch entsprechende Richtlinien im IT-Konzept und Quotierung lassen sich solche verteilte Website-Strukturen erreichen, jedoch zum Preis der Websitesammlungskonfiguration. Viele Einstellungen sind auf den Bereich einer Websitesammlung begrenzt. Diese Einstellungen sind zum Beispiel Inhaltstypen, SharePoint Benutzergruppen, Sucheinstellungen und viele mehr.

Um eben diese einfache und einheitliche Konfiguration den Websitesammlungsadministratoren zu ermöglichen und dennoch den sicheren Betrieb der SharePoint Plattform zu gewährleisten wird RBS eingesetzt. RBS ermöglicht einen Entwurf der SharePoint Plattform, der den Geschäftsanforderungen entgegen kommt.

Good luck,

Andreas

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