SharePoint – Rollen und Berechtigungen (2)

In der Artikelreihe „SharePoint – Rollen und Berechtigungen“ wird auf die Konzeption von Berechtigungensvergabe und planen der benötigten Rollen für den SharePoint Betrieb eingegangen. Die Erfahrung zeigt, dass diese Konzeption an die Technologie „SharePoint“ angepasst werden muss und zur Einführung eines SharePoint Systems nicht vernachlässigt werden darf. Im ersten Artikel SharePoint – Rollen und Berechtigungen (1) wurden bereits die folgenden drei Themengebiete identifiziert, die bei der Konzeption berücksichtigt werden müssen:

  1. Rollen,
  2. Authentifizierung,
  3. Autorisierung.

Das erste Themengebiet „Rollen“ wurde bereits behandelt, daher wird in diesem zweiten Artikel auf die Authentifizierung eingegangen.

2. Authentifizierung
Wikipedia definiert Authentifizierung wie folgt:

„Authentifizierung (griechisch αυθεντικός authentikós ‚echt‘, ‚Anführer‘; Stammform verbunden mit lateinisch facere ‚machen‘) ist der Nachweis (Verifizierung) einer behaupteten Eigenschaft einer Partei, die beispielsweise ein Mensch, ein Gerät, ein Dokument oder eine Information sein kann, und die dabei durch ihren Beitrag ihre Authentisierung durchführt.“
http://de.wikipedia.org/wiki/Authentifizierung

Im SharePoint Umfeld bedeutet Authentifizierung also die Verifizierung eines Benutzer am System. Für eine erfolgreiche Konzeption sind die folgenden beiden Aspekte zur Verifizierung im Vorfeld zu betrachten:

  • Technologie zur Verifizierung,
  • Benutzerquelle.

Als Technologie zur Verifizierung werden in SharePoint verschiedene Möglichkeiten geboten. Natürlich bietet SharePoint die Möglichkeit der Windows Authentifizierung, bei der der aktuell am Computer angemeldete Benutzer vom Browser an das System übergeben wird. Diese häufig verwendete Methode hat den Vorteil, das der Benutzer bei den üblichen Browser-Einstellungen seine Anmeldedaten nicht erneut für die SharePoint-Webseite eingeben muss. Auch sind für die einfachste Art der Windows Authentifizierung – NTLM – keine weiteren Konfigurationsschritte notwendig. Weiterhin stellt SharePoint aber auch die Möglichkeit zur Verfügung, durch Konfiguration von sogenannten Membership- und Roleprovider eine andere Art der Authentifizierung zu verwenden. Bei dieser Möglichkeit wird das lokale Benutzerkonto nicht weitergegeben.
Jede dieser Möglichkeiten verifiziert die Benutzerdaten durch verschiedene Technologien, die natürlich verschiedene Vor- und Nachteile mit sich bringen können. Allen gemeinsam ist jedoch, dass die Benutzerdaten gegen eine Benutzerquelle geprüft werden müssen. Für die Windows Authentifizierung ist diese Quelle meist das Active Directory System des Unternehmens, über welches auch die Anmeldung des Benutzers am Computer verifiziert wird. Je nach Anwendung oder Sicherheitsstandard ist es jedoch notwendig, eine andere Benutzerquelle als das intern für Anmeldungen und Quelle für verschiedene Dienste verwendete Active Directory System , zu verwenden. Diese Quellen werden über die schon genannten Membership Provider angebunden. Solche Quellen können sein:

  • Benutzerdatenbanken,
  • LDAP Systeme,
  • Windows Live ID,
  • und viele weitere.

Da auch die Möglichkeit besteht, einen Membership Provider zu entwickeln, sind den Benutzerquellen kaum grenzen gesetzt!

Folgende Rahmenbedingungen müssen für einen anforderungsgerechten Einsatz allerdings bedacht werden:

  1. Nur Membership Provider ermöglichen die sogenannte Forms Based Authentication. Dabei handelt es sich um eine ASPX-Loginmaske, die an das Design des Portals angepaßt werden kann und sich daher insbesondere für Internet- und Extranetauftritte eignet. Windows Authentifizierung verwendet hingegen immer ein Client-Popup, dass nicht im Design und in der Funktionalität angepasst werden kann. Beim Einsatz dieser Forms Based Authentifizierung wird allerdings niemals der am Computer angemeldete Benutzer an SharePoint weitergegeben. In Folge muss sich ein Benutzer immer gesondert an SharePoint anmelden.
  2. Authentifizierungsmethoden werden pro Webanwendung im SharePoint konfiguriert und können somit nicht verschieden für verschiedene Sites innerhalb einer Webanwendung angelegt werden. Es ist durchaus möglich, verschiedene Methoden für eine Webanwendung einzurichten. Welche Methode SharePoint jedoch für einen Benutzer verwendet, wird durch die Zonen der Alternativen Zugriffszuordnung gesteuert – und somit also über die URL, über die der Benutzer die Webanwendung ansteuert. Möchte man dem Benutzer die Auswahl der Benutzerquelle beim öffnen des Portals ersparen, ist diese Beziehung 1:1 .
  3. SharePoint legt für jeden technischen Benutzer einen internen, so genannten SPUser an. Dieses Benutzer wird zum Beispiel in den Personenspalten von SharePoint verwendet.
  4. Bei der Personenauswahl im SharePoint – zum Beispiel zum setzen von Berechtigungen oder zuweisen von Aufgaben – wird der Benutzer aus der entsprechenden Quelle gewählt.

Aus diesen vier Punkte ergeben sich verschiedene „Fallen“ bei der Konzeption, insbesondere bei Internet- oder Extranetszenarien, die Quellen für interne und externe Benutzer mischen. Verwendet ein Benutzer intern Windows Authentifizierung über eine interne URL um die Vorteile der Office Client Integration und der automatischen Anmeldung zu verwenden, von extern aber einen Membership Provider über eine externe URL, hat dieser eine Benutzer zwei Benutzerkonten für die gleiche SharePoint Seite. Die oft geäußerte Anforderungen, das Mitarbeiter von Zu hause über das Internet genau so arbeiten sollen wie von intern und nur ein Profil besitzt, läßt sich so kaum realisieren.

Wie dieses Beispiel zeigt, sollte die Einrichtung der Authentifizierung im Vorfeld gut durchdacht werden, damit man bei der Umsetzung von Anwendungen und Szenarien keine Anforderungen übersieht, die im Gegensatz zur Machbarkeit bei der SharePoint Authentifizierung stehen. Eine Konzeption zur Authentifizierung muss daher die folgenden Fragen für jede Webanwendung beantworten:

  • Über welche Wege wird zugegriffen?
  • Welche Benutzerquellen werden aus Anwendungs- und Sicherheitsgründen benötigt?
  • Sind einem Benutzer zwei oder mehr Benutzerkonten ( SPUser ) zugeordnet? Wird damit eine Anforderung erfüllt oder nicht erfüllt?
  • Erfüllt der gewählte Membership Provider die Anforderungen an die Benutzerquelle?

Die Klärung der Authentifizierung ist neben den Rollen die zweite Säule eines erfolgreichen Rollen- und Berechtigungskonzeptes für SharePoint. Neben der dritten Säule Autorisierung bleibt nur ein Fazit, um alle relevanten Themen zu behandeln.

Good luck,

Andreas

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